Logo: Karl-Konrad Huber, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie, Facharzt für Neurologie, Psychatrie und Psychotherapie, Rehabilitationswesen  
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Medikamentöse Therapie

Die medikamentöse Behandlung mit Psychopharmaka stellt eine vielfach diskutierte, komplexe Therapiemöglichkeit dar. Ängste und Mythen („zu einem anderen Menschen werden“) sind ebenso weit verbreitet wie unkritische und missbräuchliche Einnahme (zur Leistungssteigerung oder Entspannung). Verteufelung ist gleichermaßen unangemessen wie Verharmlosung. Ein überlegter, zurückhaltender Umgang ist angezeigt, zumal zum einen wirtschaftliche Interessen Studienergebnisse beeinflussen, unabhängige Untersuchungen aus Kostengründen kaum noch durchgeführt   werden und zum anderen neurobiologische Forschungsergebnisse dazu verleiten, seelische Störungen als rein naturwissenschaftlich- technische Phänomene einzuordnen.

Tatsächlich werden Psychopharmaka immer häufiger eingenommen, meist nicht fachärztlich oder unkoordiniert neben einer Psychotherapie verordnet .

Unterschieden werden Antidepressiva von Antipsychotika/ Neuroleptika, Stimmungsstabilisierer/Phasenprophylaktika und Anxiolytika/Tranquilizer/Hypnotika von Psychostimulantien.

Alle Psychopharmaka beeinflussen den Stoffwechsel des Gehirns - meist Ungleichgewichte   der Neurotransmitter/ Botenstoffe Dopamin, Noradrenalin und Serotonin, wie sie bei seelischen Störungen nachgewiesen sind.

Antidepressiva: können angezeigt sein bei Depressionen, aber auch bei Angst-, Zwangs-, Persönlichkeits- und Schlafstörungen. In erster Linie sind Antidepressiva begleitend sinnvoll, wenn die Ausprägung der Symptomatik Psychotherapie gar nicht ermöglicht. Die Verträglichkeit moderner Antidepressiva (SSRI, SNRI u.a.) ist überwiegend gut, ein Abhängigkeitsrisiko besteht nicht.

Antipsychotika/Neuroleptika: beeinflussen psychotisches Erleben (Sinnestäuschungen, wahnhaftes Erleben) und dämpfen aggressives Verhalten und Erregungszustände. Zwar sind sog. klassische Neuroleptika   lange erprobt und wirksam, doch werden zunehmend sog. „atypische“ Neuroleptika, die deutlich nebenwirkungsärmer sind, angewandt. Neuroleptika sind zum einen bei akuter, psychotischer Symptomatik angezeigt und ihr abruptes, selbstbestimmtes Absetzen ist der häufigste Auslöser eines erneuten Erkrankungsschubes.

Stimmungsstabilisierer/Phasenprophylaktika: kommen zum Einsatz bei manisch-depressiven Erkrankungen und schizoaffektiven Psychosen. Das bekannteste Mittel ist Lithium, ein Salz, das sehr gut verträglich ist, Stimmungsschwankungen langfristig gut vorbeugt und auch akute Symptomatik lindern kann. Verantwortungsbewusster Umgang und regelmäßige Blutspiegelkontrollen sind notwendig, da der wirksame Bereich eng ist.

Anxiolytika/Tranquilizer/Hypnotika: wirken rasch angst- und spannungslösend oder erzeugen Schlaf. Alle Medikamente dieser Gruppe sind Krisenmedikamente, d.h. sie sind nicht regelmäßig oder länger als maximal 4 Wochen einzunehmen wegen ihres hohen Sucht- und Abhängigkeitspotentials. Körperlich bedingte Schlafstörungen sind durch Behandlung der Grundkrankheit zu bessern, seelisch bedingte Schlafstörungen können Anlaß zu einer Psychotherapie geben.

Psychostimulantien: Methylphenidat wird auch bei Erwachsenen nach kritischer Abwägung zur Behandlung der ADHS eingesetzt.

 

 

 
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